Mit den Vorbereitungen vergeht ein großer Teil des Tages. Als die beiden Brüder wieder zu Marpesia zurückkehren, platzt Hanno heraus: Sprechen alle Amazones die Sprache der Ellenes so akzentfrei?
Marpesia schüttelt selbstkritisch den Kopf: Ich mache so viele Amartemai grammatikes. Warum fragst du?
Hanno sind die grammatikalischen Fehler bisher entgangen: Man kann deine Sprache kaum von den Ellenes unterscheiden.
Marpesia lächelt in Erinnerung: Das hat Adonis auch schon gesagt.
Adonis überkommen eigene Eindrücke: Ich nehme an, bei eurer Eigenständigkeit lebt ihr für Hanno zu dicht an Ellenes und Perses. Sogar bei uns bestimmt der Mann in der Familie.

Hanno versucht eigene Worte zu finden: Von hier könnt ihr nicht stammen! Ihr seid so anders als alle Völker, die ich kenne. Ihr müßt vom Ende der Welt kommen!
Marpesia wird sehr still: Es gab eine Zeit, da lebten wir nicht hier.
Adonis wird dafür umso lebhafter: Kommt ihr von dort, wo dein Tuch herstammt?
Hanno kommt wieder der Wunsch seines Bruders in den Sinn: Wo Adonis unbedingt hin möchte!
Marpesia versenkt sich in die Vergangenheit: Nicht ganz, wir lebten in der Nachbarschaft.

Hanno wird immer neugieriger: Und warum seid ihr jetzt hier? So verrückt, wie Adonis sich nach euern Gesprächen verhält, kann dein Tuch nur im Paradies gewebt worden sein.
Zu Hannos Überraschung zieht Marpesia ihre Kapuze ab und ein Tuch hervor: Es stimmt beides. Bis zu dem Moment, in dem unsere Nachbarn mordend und brennend über uns herfielen, lebten wir in einem Paradies
Während Hannos Blick vom Tuch gefesselt ist, fragt Adonis: Dann seid ihr hierher geflohen? Ihr konntet nur vom Regen in die Traufe geraten!

Hanno bemerkt vor Bewunderung des gemalten Kranichs nicht, daß er sich vor Sorge wiederholt: Und da willst du unbedingt hin! Aber langsam begreife ich, warum du so verrückt nach solch einem Tuch bist.
Marpesia staunt über den Wandel bei Hanno: Entschuldige, ich wollte dich nicht noch mehr ängstigen! Vielleicht können wir deinem Bruder helfen. Wir haben auf unserer Flucht viel gelernt. Uns hat das bisher dazu verholfen, zu überleben.
Adonis ist sehr hoffungsvoll: Ich, ein Mann, habe auf Reisen viel erfahren. Doch ihr wißt mehr über Land und Leute.
Marpesia ist zuversichtlich: Als Mann nimmt man wahrscheinlich leichter auf.
Adonis beginnt zu strahlen: Wenn ich darf, möchte ich von euern Erkenntnissen lernen, um für die Fremde gerüstet zu sein!

Über das Gespräch ist es spät geworden. Dieses Mal richtet die Heilpriesterin ihre letzten Worte an ihren ehemaligen Patienten: Gleich hält dich die Wache von zu vielen Gedanken ab. Wenn du zur Ruhe gehen kannst, schlaf gut. Es ist schon einmal alles wieder gut geworden.
Hanno nickt ihr dankbar zu: Der Schlaf wird den letzten Rest meiner Sorgen tilgen. 
Marpesia steckt ihr Tuch wieder ein und setzt die Kapuze auf: Während du vergessen möchtest, wartet dein Bruder ungeduldig auf die Abreise.  Vielleicht träumt er davon, ein Kranich zu sein.

Am anderen Morgen muß der wachhabende Adonis sich ausschlafen. Kaum hat Hanno die Wache übernommen, macht er auf das angekündigte Vorgebirge aufmerksam. Marpesia staunt: Ich habe es für eine Nesos gehalten.
Bei Insel verfällt Hanno in fachmännische Erläuterungen: Nein das ist eine Chersonesos.
Die Halbinsel erinnert Marpesia an Besuche von Sinope: Ach das ist der Berg, der die Stadt nach Boreas hin schützt. Sonst geht sie ja auf beiden Seiten zum Meer. Autolykos soll sie gegründet haben, nach dem Überfall von Herakles auf uns.

Der Hinweis auf die nördliche Begrenzung der Stadt läßt Hanno ahnungsvoll vermuten: Wenn Autolykos Herakles Abfahrt verpaßte, könnt ihr ihnen kaum eine Chance gelassen haben.
Marpesia lächelt: Jason soll ihn später abgeholt haben. Die Stadt haben wir nach der Nymphe Sinope benannt. Sie konnte Zeus nicht überlisten.
In dem Moment tritt Adonis zu den beiden: Milet nutzte Sinopes günstige Lage und gründete noch Amisos, Kerasous und Trapezous.  

Beide versinken für einen Moment wieder in ihren Blicken, reißen sich dann gewaltsam los. Stockend kommen Adonis die Worte über die Lippen: Entschuldige, wenn ich an euern Unfrieden erinnert habe. Ich wollte keine alten Wunden aufreißen. Wo das Kap von Sinope kaum noch zu sehen ist, sollten wir meine letzte Pflicht erfüllen. 
Hanno springt auf und ruft die Mannschaft zusammen. Marpesia zieht sich zurück und betrachtet aus der Ferne, wie die beiden Brüder den Wechsel in der Führung des Schiffs verkünden und einen neuen Steuermann wählen. Nach dem darauffolgenden Hoch auf Hanno beginnen auch schon die Vorbereitungen für die Landung in Amisos. 

Dieses Mal wartet außer dem Hafenkapitän niemand am Kai. Er kommt an Bord. Nach einem Gespräch mit Adonis und Hanno sendet er einen Boten an den Pharmakos. Der hatte wegen der erwarteten Heilmittel aus Chios bereits vorgesprochen. Dann entdeckt er Marpesia: Ich grüße euch. Die Basileia erwartet euch schon. Ich sende einen Boten an den Han.
Beim Wort Königin sehen Adonis und Hanno sich bedeutungsvoll an: Typisch Amazone. Mit keinem Wort hat sie ihre hohe Herkunft erwähnt. 

Während die Mannschaft das Entladen vorbereitet, trifft der Medikamentenhändler ein. Der Empfänger der Pharmaka stellt sich als der bedeutendste Händler von Amisos heraus, der das früh fahrende Schiff gern für Fracht zurück ins Mittelmeer nutzen würde. Bevor die Medizin entladen ist, sind sie sich handelseinig. Den Händler treibt seine abzusendende Ware nach Hause. Bevor Hanno wieder das Deck entern kann, nähern sich zwei weitere, unscheinbare Personen. 

In dem Moment erreicht Adonis Marpesia mit ihrem Gepäck an der Bordwand: Für eine Königin hast du aber ein kleines Empfangskommitee. Sehr amazonisch, nur nicht auffallen.
Bevor Marpesia Adonis folgt und ihrem Gepäck an Land folgt, hält sie ihn kurz auf: Du irrst dich, ich bin keine Königin. 
Beide treffen auf Hanno im Gespräch mit einer Frau in der mit allzu gekannten Chlaina, ein junges Mädchen an der Hand. Kaum hat Marpesia festem Boden unter den Füßen, stürzt die Kleine auf Marpesia zu und springt ihr an den Hals. Während sie ihre Arme um den Quirl schließt, stellt die Heilpriesterin über den hüpfenden Kopf hinweg den beiden Phöniziern beide vor: Das ist meine Tochter Melanippe und das ihre Tochter Perithymone.

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